FRÜHES SPRACHENLERNEN

Einleitung


Das frühzeitige Erlernen von Fremdsprachen hilft Schülern, eine positive Einstellung zu anderen Kulturen und Sprachen zu entwickeln, und bildet die Grundlage für das Erlernen weiterer Fremdsprachen im späteren Leben. Bei ihrem Treffen in Barcelona im Jahr 2002 riefen die Staats- und Regierungschefs zu weiteren Maßnahmen auf, um die Kenntnisse von Grundfertigkeiten zu verbessern, insbesondere durch das sehr frühzeitige Unterrichten in mindestens zwei Fremdsprachen.

Da sie noch keinerlei Hemmungen entwickelt haben, erweisen sich kleine Kinder in der Regel als begeisterte Teilnehmer an einem mündlichen Austausch, so dass fremdsprachliche Früherziehung die rezeptiven und produktiven sprachlichen Fertigkeiten, sowie die Freude am Sprachenlernen und an der Kommunikation in besonderer Weise ausbildet.

Ein guter Sprachlehrer im Bereich der fremdsprachlichen Früherziehung muss nicht nur die Fremdsprache gut beherrschen, sondern auch die besonderen Fertigkeiten und das Wissen eines erfahrenen Kindergartenbetreuers, bzw. Grundschullehrers mitbringen. Der Lehrer nimmt eine zentrale Rolle ein, da er/sie vermutlich die Hauptquelle des Kontaktes zur Zielsprache darstellen wird. Er/sie bietet den Schülern zudem eine interkulturelle Dimension und hilft ihnen, etwas über Sprachen zu lernen, d.h. ein Sprachbewusstsein und Sprachlernstrategien zu entwickeln, von denen sie im späteren Leben profitieren können. Der Lehrer muss außerdem dazu in der Lage sein, die Bedürfnisse der jungen Lerner und das Niveau zu erkennen, das diese in der Ausprägung ihrer Muttersprache erreicht haben.

Ein erfolgreiches Konzept für die fremdsprachliche Früherziehung


1. Relevante Kontexte schaffen. Das Erzählen von Geschichten regt Kinder auf hervorragende Weise zum Zuhören, Sprechen und zu sprachlicher Interaktion an.
2. Sprachenlernen durch Imitation ist in diesem Alter sehr erfolgreich, indem zum Beispiel wiederholt wird, was eine Figur in einer Geschichte gesagt hat oder ein Liedtext, Sprechreim oder Gedicht auswendig gelernt wird.
3. Regelmäßig wiederkehrende Aktivitäten spielen eine wichtige Rolle, da das Geschehen in der Klasse so eine Struktur erhält.
4. Maximaler Zielsprachenkontakt nicht nur über den Lehrer, sondern durch ein breites Spektrum verschiedener Quellen wie Musik, DVDs, Cuecards und andere verfügbare Quellen.
5. Einbindung der Eltern: Eine klare Festlegung der Lehr- und Lernziele des Fremdsprachenunterrichtes in der Grundschule ist die Grundlage für eine Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus.
6. Kontinuität und Fortschritt innerhalb der Grundschule und von der Grundschule zur weiterführenden Schule ist wichtig für ein erfolgreiches Sprachenlernen und die Schülermotivation.